KontaktimpressumDatenschutzerklaerung
Bürogemeinschaft RA Kochanski, RA Peschke
Telefon
Über uns Rechtsgebiete Link Rechtsanwälte Kosten news Kontakt
Ueber uns weissDownload als PDF
Ausgabe: Oktober 2022

 

Das Bundesarbeitsgericht zu Urlaubsabgeltung und Ausschlussfristen
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte in seinem Urteil vom 24.05.2022 (9 AZR 461/21) über die Abgeltung von Urlaubsansprüchen zu entscheiden.

Im zwischen den Beteiligten vereinbarten Arbeitsvertrag war im Rahmen einer zweistufigen Ausschlussklausel geregelt, dass alle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen, wenn sie nicht innerhalb einer dreimonatigen Frist geltend gemacht bzw. eingeklagt werden. Ausgenommen waren Ansprüche nach dem Mindestlohngesetz und auf Grund vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung.
Das Arbeitsverhältnis der Beteiligten endete zum 19.07.2019, die Klägerin machte erst im Januar 2020 den Anspruch auf Urlaubsabgeltung geltend.

Das Gericht und die Vorinstanzen waren übereinstimmend der Auffassung, dass der Anspruch der Klägerin auf Urlaubsabgeltung verfallen war.

Urlaubsabgeltungsansprüche können als reine Geldansprüche auf Grund einer Ausschlussfrist verfallen. Dem steht der Schutz des gesetzlichen Mindesturlaubs nicht entgegen.

Das BAG urteilte, das Transparenzgebot verpflichte den Verwender von Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Rechte und Pflichten seines Vertragspartners klar und verständlich darzustellen.
Wegen der weitreichenden Folgen von Ausschlussfristen müsse aus der Verfallklausel, wenn diese dem Transparenzgebot genügen soll, ersichtlich sein, welche Rechtsfolgen der Vertragspartner des Verwenders zu gewärtigen hat und was er zu tun hat, um deren Eintritt zu verhindern. Eine Klausel, die die Rechtslage unzutreffend oder missverständlich darstellt und auf diese Weise dem Verwender ermöglicht, begründete Ansprüche unter Hinweis auf die in der Klausel getroffene Regelung abzuwehren, und die geeignet ist, dessen Vertragspartner von der Durchsetzung bestehender Rechte abzuhalten, benachteiligt den Vertragspartner entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen.
Das Gericht betonte ausdrücklich in dieser Entscheidung, dass bei der Beurteilung, ob eine Regelung dem Transparenzgebot genügt, es nicht auf den flüchtigen Betrachter ankäme, sondern es sei auf den aufmerksamen und sorgfältigen Teilnehmer am Wirtschaftsverkehr abzustellen. Dem Vertragspartner könne nicht jedes eigene Nachdenken erspart bleiben.
Durch eine allzu detaillierte Regelung könnten unübersichtliche oder nur schwer durchschaubare Klauselwerke entstehen, die den Interessen des Vertragspartners zuwiderlaufen.
Aktuelles
Oktober 2022
September 2022
Juli 2022
Archiv
2022
Juni 2022
Mai 2022
April 2022
März 2022
Februar 2022
Januar 2022
2021
Dezember 2021
November 2021
Oktober 2021
September 2021
August 2021
Juli 2021
Juni 2021
Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
2020
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
August 2020
Juli 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
2019
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Januar 2019
2018
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
2017
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
2016
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
2015
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
2014
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
2013
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
nach oben